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Übergabe an die Stadt und Sanierung der Schlossanlage

1997 verkaufte die Südzucker AG das gesamte Gelände der Zuckerfabrik einschließlich der Eremitage an die Stadt Waghäusel, die über Jahre mit Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der denkmalgeschützten Schlossanlage durchführte. Zunächst wurden im Zentralbau Dächer, Fenster und die Fassade erneuert. Im Jahr 2004 erhielt die Rotunde des Zentralbaus einen neuen, dem historischen Vorbild nachempfundenen Dachstuhl aus Stahl und Holz. Die seit dem Umbau in den 1920er Jahren zugeschütteten Teile des Kellers unter dem Eingangsbereich und Reste des von Baumeister Balthasar Neumann konzipierten Treppenbaus wurden freigelegt. Im Bauschutt fanden sich noch Kacheln und Putzreste der Originalausstattung des 18. Jahrhunderts. Man entdeckte und sicherte auch Reste des für die Zeit um 1750 überaus fortschrittlichen Kanalsystems. Teile des historischen Achsensystems der Anlage wurden durch Pflanzung von Baumalleen wiederhergestellt. Die Innensanierung des Zentralbaus dauerte von Mitte 2010 bis Ende 2013, wobei historische Befunde freigelegt und als "historische Fenster" in die Geschichte konserviert wurden. 2017 wurde die reaktivierte barocke Parkanlage mit Festwiese fertiggestellt, in der Eremitage ein Trauzimmer, Tagungs- und Veranstaltungsräume eingerichtet und 2020 das Museum im Obergeschoss eröffnet. Die Eremitage ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung und entwickelt sich zum lebendigen Kulturort.