Außenanlage

Eremitagegarten, Festwiesen und Waldpark

Kleine Festwiese mit Eremitage im Hintergrund

In direkter Nachbarschaft von Wallfahrtskirche und Kloster entstand im 18. Jahrhundert die barocke Schlossanlage der Eremitage Waghäusel. Von 1837 an verschwand das Schloss hinter den Werksmauern der Zuckerfabrik. Von dieser hat es die Stadt Waghäusel 1997 übernommen.
Nach einem im Jahr 2001 durchgeführten städtebaulichen Wettbewerb entwickelte die Stadt auf rund 40 Hektar den „Gewerbepark Eremitage“. Ziel war es, zukunftsträchtige Arbeitsplätze am Standort anzusiedeln.
 
Die großen Freiflächen um die Eremitage, bestehend aus Eremitagegarten, den Festwiesen, dem Waldpark und dem neuen Wagbachverlauf, wurden zu repräsentativen, vielseitig nutzbaren Außenräumen umgestaltet. Hierbei wurde jedoch nicht versucht, einen bestimmten historischen Zustand wiederherzustellen. Zu zahlreich sind dafür die unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die das Gelände in seiner fast 300-jährigen Geschichte erlebt hat.

nördliches Zugangstor

Neben der Schaffung eines würdigen Umfeldes für die Eremitage galt das Augenmerk der Nutzbarkeit für Erholungssuchende und Veranstaltungen. Robuste Gestaltungselemente sorgen für einen kostengünstigen Unterhalt.
 
Zentrales Gestaltungselement des Eremitageparks sind die von der Eremitage ausgehenden Achsen, die Wallfahrtskirche, Festwiesen, Eremitagegarten und Waldpark verbinden.

Der Eremitagegarten selbst umfasst das nordöstliche Carré der ursprünglichen barocken Gartenanlage der Eremitage. In Anlehnung an die verschiedenen historischen Aufzeichnungen wurden einzelne Elemente wieder aufgenommen, neu interpretiert und den Anforderungen der vorgesehenen Nutzung angepasst. Wegbegleitend findet man Elemente aus der Geschichte des Gartens: Das nördliche Zugangstor, die an Eremitenhäuschen erinnernden Pergolen und die Veranstaltungsplattform an Stelle des ehemaligen vierten Kavalierhauses der Eremitage.
 
Die große und kleine Festwiese befinden sich östlich und westlich der Nordachse, begleitet durch eine neue Baumallee. Hier können große Feste stattfinden.
Südlich der Eremitage beginnt der Waldpark. Dieser ist durch Wege erschlossen, auf denen immer wieder Sichtachsen den Bezug zur Eremitage herstellen. Folgt man der Südachse oder dem Waldweg erreicht man die historische Wagbachbrücke. Sie markiert den Beginn des neuen Wagbachverlaufs.

neuer Wagbachverlauf

In den Jahren des Betriebs der Zuckerfabrik wurde der Wagbach verdolt. Das Kanalbauwerk ist heute jedoch stark sanierungsbedürftig und verläuft quer unter den neuen Straßen und Gewerbegrundstücken. Um den Gewerbepark sinnvoll nutzen zu können und weil der Neubau einer Verdolung wasserrechtlich nicht genehmigungsfähig ist, wurde ein neuer, offener Bauchlauf geschaffen.
 
Aus ökologischer Sicht bietet der offene Wagbachverlauf heute einen durchgängigen Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten, die zum Teil streng geschützt sind. Totholz im Bachbett sorgt für ein zusätzliches Angebot an vielfältigen Lebensräumen.
 
Naturnah gestaltete Böschungsbereiche säumen den neuen Wagbach. Die in strengen Reihen gepflanzten Pappeln nehmen die Gestaltung innerhalb des Gewerbeparks auf und inszenieren Blickbeziehungen schon von der Landstraße aus auf die Eremitage.
 
Die neue Anbindung an die „Wagbachniederung“ im Norden trägt darüber hinaus langfristig zu einer erheblichen Aufwertung dieses überregional bedeutsamen Vogel- und Naturschutzgebietes bei.

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